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Auf dem sandigen Boden sitzt er zwischen unseren Füßen: ein Skorpion! Rasch mache ich ein Bild von diesem Stacheltier. Aufgeschreckt durch das Geräusch des Auslösers verschwindet er flink unter dem steinigen Gemäuer eines Hauses. Wir sind in Chinguetti, einem alten maurischen Ort am Rande des Dünenmeers Erg Ouarane. Vor uns liegen einsame Tage im größten Sandkasten der Welt. Oder wird sich bewahrheiten, was mir alle daheim prophezeit haben, denen ich von diesem Wüstentrip vorher erzählt habe? Dort wimmele es doch nur vor Schlangen, Skorpionen und Entführern!
Schon der Flug nach Atar vermittelt einen ersten Eindruck der gewaltigen Einöde der Sahara. Nichts als beige-farbener Sand, Steine und braune Felszüge sind erkennbar. Nach der Landung raubt mir die warme Luft den Atem. Wir verlassen Atar, diese Flughafenstadt, deren Straßengräben von Müll, Autowracks und Ziegen gesäumt werden, mit zwei klapprigen Geländewagen auf staubiger Piste Richtung Chinguetti. Dort beginnen die Dünenfelder aufzuragen, durch die unsere Wanderung führen soll. Der alte Ort war einst eine Hochburg maurischer Kultur. Noch heute erinnern daran zahlreiche Bibliotheken, deren dunkle Gemäuer jahrhunderte alte Bücher verwahren. In den schmalen Gassen der Altstadt umlagern uns Frauen und Kindern, sie wollen uns einen Chech verkaufen, die klassische Kopfbedeckung der saharischen Nomadenvölker - Schutz gegen Sonne, Sand und Wind. Wir erweitern damit unsere Ausrüstung, doch es braucht einige Übung, dieses 3 Meter lange Tuch um den Kopf zu binden.
Früh am Morgen weckt uns der Muezzin. Dem Aufbruch in die Dünenfelder steht nun nichts mehr im Wege. An diesem Tag laufen wir nur noch ein Stück bis hinter die Oase Kemtkemt, bevor wir genügend Holz sammeln, um ein Feuer zum Kochen zu entzünden. In maurischer Tradition bereitet Jerome Minzetee zu, doch aufkommender Regen verscheucht uns abrupt in die Zelte. Auch in dieser Region der Sahara kommt Regen immer mal wieder vor, doch nun ist es schon seit ein paar Tagen regnerisch. Das ist ungewöhnlich und führt zu kühlen Nachttemperaturen von nur 6 Grad. Blitze zucken am Himmel und Donner grollen. In der weiten Landschaft faszinierend und beängstigend zugleich.
Noch einen weiteren Tag bleibt das Wetter trübe und immer wieder fallen dicke Tropfen vom Himmel. An steinernen Ruinen vorbei tauchen wir ein ins Dünenmeer Erg Ouarane, eigentlich froh, dass sich die Hitze noch zurückhält. Vom Regen ist der Sand feucht und klebrig, doch die Farben der orange-roten Dünen erscheinen dadurch umso satter. Unser Weg ins Tal von Hassi Camp führt vorbei an mehreren Kamelskeletten, bevor wir dort auf den ersten Brunnen stoßen. Aus den Tiefen ziehen wir neues Wasser empor: Überlebenswichtig!
Jeden Abend, bevor ich in den Schlafsack krieche, überspiele ich die Daten von der Speicherkarte auf einen Festplattenspeicher. So sind die Aufnahmen nochmals gesichert, und ich kann die Nächte unter dem Sternenhimmel beruhigter genießen. Für Langzeitaufnahmen habe ich zudem ein Velbon Sherpa Pro Stativ dabei, welches bei dieser Reise den idealen Kompromiss zwischen Leichtigkeit und Stabilität bietet.
Am folgenden Morgen verscheucht die Sonne alle Wolken. Blauer Himmel wölbt sich von nun an über den sandigen Grund, der sich in alle Richtungen bis zum Horizont erstreckt. Wärme und Wind trocknen rasch den Boden und der feine Sand sucht sich seinen Weg in jede Ritze. Bis zum Brunnen Mghalig ziehen wir weiter. Er liegt in einem Wadi, einem Tal zwischen den Dünenfeldern. Mittlerweile ist es so warm geworden, dass wir im Schatten eines der wenigen Bäume Schutz vor der Sonne suchen. Gegen Abend wird es erträglicher und die nun tief stehende Sonne modelliert die Formen, Farben und Strukturen der Dünen wunderbar heraus. Mit der Kamera in den Händen krieche ich auf allen Vieren durch den Sand, um dieses Naturschauspiel festzuhalten. Dabei frage ich mich, ob die Bilder die Einzigartigkeit der Landschaft später auch nur annähernd wiedergeben werden.
Zuweilen sind der Sand und die Dünen weiß wie Schnee. Dann wieder gelb und orange, manchmal gar rot. Stunde um Stunde ziehen wir weiter, berauscht von der Stille und der Weite, bis sich in einem weiteren Wadi unter uns die Oase Lagueila ausbreitet. Was für ein Anblick: Palmen und saftiges Grün. Wir steigen dorthin hinab und liegen den Rest des Tages auf Teppichen und Kissen unter einem Zeltdach im Schatten in der Oase. Neben allerlei Souvenirs sind hier sogar Cola Dosen zu kaufen.
In der Zwischenzeit wird es tagsüber so warm, dass in den Mittagsstunden nicht mehr daran zu denken ist durch die Dünen zu laufen. 40 Grad in der Sonne, mehr als 30 Grad im Schatten der Bäume. Wir stehen früh auf, laufen mehrere Stunden, ruhen dann längere Zeit unter den großen dornigen Ästen der Bäume, bevor wir gegen Abend noch ein Stück weitergehen. Ohnehin sind die frühen und späten Stunden die schönsten, wenn das Licht uns den Atem raubt.
Dann kommt das nur etwas über 1,3 kg leichte Velbon Sherpa Pro CF-535 Carbonstativ zum Einsatz. Das dreiteilige Stativ mit Magnesiumkörper ist optimal für Wanderungen und Trekkingtouren geeignet, bei denen jedes Gramm zählt. Sehr praktisch sind die Klickverschlüsse zur Justierung der Beinlänge und die integrierten Spikes an den Stativfüßen. Gemeinsam mit dem Velbon Kugelkopf QHD-61Q ergibt sich eine Einheit, welche der Belastung einer leichteren SLR-Ausrüstung bis max. 4 Kilogramm standhält. Schnellwechselplatte und zwei Wasserwagen erleichtern die Arbeit mit dem Kugelkopf.
Inmitten der Dünenfelder stolpern wir über Tonscherben und tausende von Jahren alte Pfeilspitzen. Und zum Glück auch über den Brunnen der Nomadenfamilie Beyed. Das Wasser riecht und schmeckt jedoch nach Ziege. Aber was soll's? Eine Alternative gibt es nicht! Auf dem Weg zurück nach Chinguetti entdecken wir einige Schlangenspuren, doch keine weiteren Skorpione. Auch keine der gefürchteten Entführer, die uns auflauern. Doch unsere Gedanken werden noch lange an der Wüste haften, und an dem alten Sprichwort der Nomaden: "Der Weg zum Reichtum läuft durch die Basare. Der Weg zur Weisheit führt durch die Wüste."
Martin Hülle
Der Wuppertaler Profifotograf und Abenteurer Martin Hülle bereist immer wieder extreme Landschaften. Auf seinen Expeditionen muss er sich absolut auf die Fotoausrüstung verlassen können, mit der er die Erlebnisse und Eindrücke unter oft rauen Bedingungen festhält. Bildergalerien, Geschichten und viele Informationen können Sie auf seiner Website unter www.martin-huelle.de entdecken.