Von Begegnungen mit Menschen und Bären - von Gottfried Esch
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Mit der SAS fliege ich von Düsseldorf über Kopenhagen nach Seattle, Washington. In einem bequemen Ledersessel warte ich auf den Aufruf zum Einchecken. „Ich könnte mich ja nochmals in die Bedienungsanleitung in Deutsch und Englisch für den digitalen Datenspeicher vertiefen“, kam mir in den Sinn, den mir die Fa. JOBO aus Gummersbach großzügigerweise mitgegeben hat. Neben meinem leichten 12 Zoll Laptop und zwei Laptop abhängigen externen 160 GB Festplatten wollte ich noch einen unabhängigen Datenspeicher als „back up“ mitnehmen. Rauhe, endlose Schotterstraßen, eigentlich Schlaglochpisten im Norden B.C.’s und Alaskas könnten ja jederzeit der Lt Festplatte den Garaus machen. Das nur handgroße Gerät GIGA Vu PRO evolution soll bei Flügen mit dem Buschflugzeug dabei sein. Seine geringe Größe und sein Gewicht von nur 420g mit 120 GB Festplattenspeicher sollte hier den 1,6 kg Laptop auf diesen Touren ersetzen. Schnell war ich vertraut mit der Technik. In den letzten Tagen lud ich noch Bilder von meiner häuslichen Umgebung, der Landschaft und Freunden herunter, um sie später Bekannten in B. C. und Alaska zeigen zu können.
Während des Fluges eilen meine Gedanken voraus zur Ankunft auf dem Seatac Flughafen von Seattle. Richard L. wird mich wieder abholen. Ende Sept. 2005 begegne ich ihm im Geländewagen seines Jagdführers auf der Brücke des Babine Flusses, 125 km nördlich von Smithers, im Norden Britisch Kolumbiens gelegen. Er ist auf Elchjagd und ich beobachte und fotografiere dort seit 5 Tagen Grizzlybären, die sich ihren Speck für die Winterruhe aus dem Fluss mit Lachsen anfressen. Als Richard das dritte Mal neben mir hält, erzähle ich ihm, dass ich zurück nach Seattle, müsse und noch eine Garage für meinen Ford Explorer 4x4 suche. Nach kurzem Blick schmunzelt er mich an und meint: „By accident, I am from Olympia and I am renting garages, ok, you can have one of mine“. Nun ist es das 3. Jahr, das mich Richard mit seiner sympathischen Frau Janice vom Flughafen abholen wird und wir hinunter zu ihrem großen Anwesen nach Olympia fahren.
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Der Wagen geht in die Werkstatt für neue Reifen, neue Bremsen und eine neue Batterie. Mit Steuern und Versicherung so teuer wie ein Leihwagen für 4 Wochen. Doch nun bin ich für die nächsten 10.000 km und die kommenden 5 ½ Reisemonate wohl gut gerüstet. Dieser Wagen wird auch wieder mein Hotel sein. Im Süden Olympias biege ich von der I-5 auf den Highway 101 ein, der hinauf zum „Olympic Peninsula“ führt. Ab Sequim zeigen sich die schneebedeckten Gipfel der Olympic Mountains, vorbei an der Hafenstadt Port Angeles und weiter zum Olympic Nationalpark. Ich stoppe nun an jeder der nun folgenden „Beaches“ bis hinunter zur South Beach. Hier zeigt sich der Pazifik wild, rauh und ungebändigt. Aber mit grandiosem Sonnenuntergang. Am nächsten Morgen fahre ich auf der 101 zurück bis zur Einfahrt in die „Upper Hoh Road“, dem Weg zum Nationalpark. Kurvenreich verläuft nun die schmale Asphaltstraße, gleich neben dem Hoh Fluss zum Eingang des „Hoh Rainforest Visitor Center“ http://www.nps.gov/olym/www.nps.gov/olym/ Rechts und links der Straße dichtes, üppiges Grün mit starkem Baumbestand und dichtem Bodenbewuchs.
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Während des Rundganges schauen die Augen auch mit der Kamera. Als meine kleine 2 GB CF Karte voll ist, nehme ich den „GIGA“ aus meiner Fotoweste und lade die Karte herunter. Der erste Test unterwegs. Sofort fällt der schnelle Datentransfer auf, deutlich schneller als im Laptop. Nach dem zweiten „verify“ Durchlauf packe ich das Gerät wieder in die Fotowestentasche und formatiere die Karte für die nächsten Motive. Am frühen Abend fahre ich zur Übernachtung zur „Upper Hoh Forest Service Recreational Side“.
Am nächsten Morgen gleisende Nebelschwaden, die wie riesige Wattebäuche tief über dem Boden liegen. Ich sehe in ca. 40 Meter Entfernung ein großes Rudel Wapitis weit verstreut auf der nahen Weide liegen. Ich packe meine Kamera aus. Aufnahmen mit dem 24 – 105mm f 4 IS, dem 300mm f 4, und Nahaufnahmen mit dem 600mm f 4 Objektiven entstehen. Der Besuch des „Hoh Rainforest Visitor Center“ bietet mit seinen kurzen „trails“ beeindruckende Regenwaldkulisse. Auf der Straße 101 fahre ich zurück nach Port Angeles und nehme die Fähre hinüber nach Victoria, der wohl britischsten Stadt in B.C. und danach sogleich weiter hinauf nach Port Hardy, dem nördlichsten Hafen von Vancouver Island. Die Fähre bringt mich ins total verregnete Prince Rupert. Am Abend steige ich um auf die Fähre zu meinem nächsten Reiseziel, hinüber zu den Queen Charlotte Islands. http://www.kanada-british-columbia.de/queen_charlotte_islands/index.html
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Auf dem Schiff lerne ich David F. kennen. Der 70-Jährige war Besitzer einer Logging Company und lebt nun als Pensionär auf seinem Land in Port Clements auf Graham Island. Ich hatte gehört, dass es dort landschaftlich wunderschön sei und dass es dort starke Schwarzbären gebe. David kennt sich hier bestens aus und so befahren wir in Tagestouren die „Logging Roads“ auf der Suche nach Schwarzbären. Auffallend der dichte Verkehr der „Logging trucks“. Die Kahlschlagwirtschaft wird hier intensiv betrieben. Die Regenwälder und Gebirgszüge sehen aus wie Flickenteppiche. Darunter ist zum Teil ökologisch einzigartiger bis 1000 Jahre alter Regenwald, der hier für alle Zeiten vernichtet wird. Im Büro der Logging Company sieht man das ganz gelassen. Schließlich wird der Kahlschlag gleich wieder mit Spruce trees / Fichten aufgeforstet. Doch Schwarzbären zeigen sich nicht. Auf der Fahrt zur Inselhauptstadt Queen Charlotte befahre ich die Seitenstraße entlang des Tlell Flusses und ende auf einem großen Anwesen. Es ist das „Wellness Resort“ des hiesigen Jagdführers. Mehrere Jäger stehen neben zwei großen weißen Geländewagen, bereit für die Jagdfahrt. Ich spreche sie an und höre, dass fast täglich der Abschuss eines starken Bären erfolgt. Mit dem Klageruf des Rehes werde er vor die Waffe gelockt, höre ich später. Also es ist Jagdzeit und als Fotograf habe ich da keine Chancen.
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Zwei Tage später trete ich die Rückfahrt zurück zum Festland an. Von Prince Rupert fahre ich auf dem Yellowhead Highway 1 bis Kitwanga und dann geht es auf der 37, dem Cassiar Highway hinauf nach Stewart. Nur 3 km hinter Stewart beginnt Südalaska. In HYDER gibt es für Bärenfreunde eine Besonderheit. Hier im Tongass National Forest hat die Forstbehörde gut 5 km vom Ort entfernt, eine ca. hundert Meter lange Plattform entlang des „Fish creeks“ für die Bärenbeobachtung errichtet: www.fishcreek.org Touristen aus aller Welt schätzen diese bequeme „Roadside Photography“, um Bären - überwiegend Grizzlys - beim Lachsfang beobachten zu können. Für mich ist dies hier der erste „menschliche Zoo“ für Bären. Oft geht es unruhig zu auf der Plattform, wenn sich der nächste Grizzly im Bach zeigt. Doch die meisten Bären sind dieses Spektakel von klein an gewohnt und zeigen wenig Scheu. Die alten und scheuen männlichen Bären werden wohl nur nachts kommen. Ich entdecke, wie Biber Äste und Stangen für den Dammbau heranschaffen. Erstaunlich zu sehen, wie geschickt sie selbst armdicke Pappel- und Weidenstämme und Zweige miteinander verhaken. Mit dem 600er entstehen sehr schöne Nahaufnahmen.
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Zusammen mit einem amerikanischen Fotografenkollegen habe ich für den 10. bis 17. Juli sieben Tage Bärbeobachtung im Brookscamp, Katmai National Park, gebucht. Der preiswerteste Flug ist von Anchorage mit Pen Air nach King Salmon und dann weiter im Buschflugzeug mit Katmai Air Service zum Brooks Camp. Für diese 7 Tage will ich den GIGA Vu PRO mitnehmen. Von Fotografenkollegen höre ich, dass sich pro Tag 10 – 20 GB Datenmengen ansammeln können. Doch ich nehme versehentlich das Ladegerät für den Zusatzakku mit, das nicht in den GIGA passt. Großartige 7 Tage Bärenbeobachtung von morgens bis abends. Zurück in Anchorage geht es als nächstes zum Prince Williams Sound nach Valdez und Cordova, im August nach Kodiak Island und Anfang September in den Denali Nationalpark. Mitte September folgt der 2.Besuch des Katmai Nationalparkes. Hier kann ich das Gerät erfolgreich einsetzen.
In der Lodge treffen sich die meisten Fotografen zum Abendessen und sitzen danach entspannt mit einem Drink um das Kaminfeuer. Mit dem GIGA Vu in der Hand kann ich den Nachbarn meine am Tage aufgenommenen Bilder vorführen, ohne den Laptop auspacken zu müssen. Das Interesse steigt zunehmend, als sie hören, dass es 120 GB fasst. Ich lasse die Bediensprache in English, sodass ich einige Funktionen vorführen kann. Die handliche Größe, das klare Farbbild und der Joystick für die Bildfolge gefallen. Bei der Frage nach dem Preis fällt die Antwort leicht: „Just one more night here in the lodge“ = sechshundert Dollar.
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Am dritten Tag befinde ich mich wieder auf dem Weg durch den Wald zu der 1 ½ Meilen entfernten Brooks Wasserfall Plattform. Immer wieder betrachte ich die von Bären frisch aufgebrochenen Stellen am Wegrand. Eine Stelle zeigt auffallend tiefe und lange Krallenabdrücke. Ich fotografiere sie, indem ich mich hinhocke, mit dem Rücken zum Weg. Als ich mich umdrehe kommt mir einer der drei Alpha Männchen zügig entgegen, die am Vortag auf dem Wasserfall standen und sich die Lachse ins Maul springen ließen. Ich halte mein Stativ mit der einen Hand und fotografiere den wohl 500 kg schweren Bär mit der anderen Hand. Er ist nur noch wenige Meter entfernt. Im rechten Winkel weiche ich ihm in den Wald aus. Nur einen kurzen Blick gewährt er mir, ohne seinen schaukelnden Gang zu verlangsamen. Erst jetzt wird mir klar, dass ich das erste Mal keinen Bärspray (Pfefferspray) dabei habe und ich fühle mich ziemlich unsicher. Doch vollgefressen zeigt er zum Glück keinen Appetit an mir „skinny creature“. Täglich können wir von den Beobachtungs-Plattformen viele Hundert Aufnahmen von Bärenverhalten machen. Dazu kommen oft auch stundenlange Wartezeiten, indem die Ranger den Weg absperren, weil Bären zu nahe sind und so der Rückweg zur Lodge oder dem Campground blockiert ist. Wichtigste Vorschrift für die Besucher: Jederzeit 50 Yards Abstand zu den Bären einhalten. Nach 7 spannenden und „bear adicted“ Tagen im Katmai N. P. Rückflug nach Anchorage.
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Zusammenfassung: Der Festplattenspeicher Giga Vu Pro evolution mit 120 GB war als Gerät für den Fall dabei, dass das Notebook/Laptop ausfallen sollte. Seine Größe und Gewicht sind westentaschentauglich. Seine Handhabung ist einfach und intuitiv erlernbar. Das Runterladen ohne Vorschau war sehr schnell, ca. 2 Min. pro GB, danach folgt ein Überprüfungsdurchlauf: „verify“. Die Möglichkeit die Bilder gleich vor Ort zu betrachten, ist eine feine Sache. Das klare, farbintensive RAW-Bild ermöglicht, seine Arbeitsweise kritisch zu bewerten und falls nötig, kamerainterne Korrekturen, z. B. der Belichtung, vorzunehmen. Für längeren Einsatz mit rauhem, feuchtem Wetter, z.B. scharfem Wind mit Regen oder wehendem Sand ist das Gerät an den Bedientasten nicht ausreichend abgedichtet. Wer nur mit dem Rucksack unterwegs ist, hat mit diesem nur 420g leichten Gerät + Ladegerät eine ganz hervorragende Möglichkeit nicht nur seine Bilder von der Kamerakarte herunterzuladen, sondern kann nun auch seine fotografische Tagesausbeute mit Freunden teilen.
Für Rückfragen zur Reise von Herrn Esch erhalten Sie von Frau Annika Hummerich, a.hummerich(at)jobo.com die E-mail Adresse von Herrn Esch.
Ausführlicher Test zum Gerät:
http://www.digicam-beratung.de/test-giga-vu-pro-evolution.php
Der Nachfolger – das GIGA Vu extreme – ist bereits mit 160 GB Festplatte erhältlich. Informationen unter: http://www.jobo.de/web/GIGA-Vu-extreme.124.0.html